Im Jahr 2025 steht jeder Immobilienbesitzer in Deutschland vor einer wichtigen Entscheidung: Was passiert mit meiner Heizung? Die alte EnEV ist Geschichte. Seit 2020 gilt das Gebäudeenergiegesetz (eine bundesrechtliche Regelung, die Energieeinsparung, erneuerbare Wärme und Heizungsanlagen in einem Gesetz zusammenfasst, GEG) - und seit Anfang 2024 gelten strenge Regeln für neue Heizungen. Doch die Politik ändert sich. Die neue Bundesregierung will das GEG flexibler machen. Was bleibt, was sich ändert - und was du als Eigentümer jetzt tun musst, klären wir hier.
Was ist das GEG wirklich?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist kein kleiner Zusatz, sondern die neue Grundlage für alle energetischen Anforderungen an Gebäude in Deutschland. Es hat drei alte Gesetze abgelöst: das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Statt drei unterschiedlichen Regeln gibt es jetzt eine klare, einheitliche Vorschrift. Das Ziel ist klar: Bis 2045 muss jede Heizung in Deutschland klimaneutral sein. Das bedeutet: Kein Öl, kein Gas mehr. Nur noch erneuerbare Energien.Doch das GEG ist kein Verbotsgesetz. Es erlaubt dir, deine Heizung weiter zu nutzen, wenn sie funktioniert. Du musst sie nicht einfach so austauschen. Wenn sie kaputtgeht, darfst du sie reparieren - auch mit Öl oder Gas. Aber wenn du neu heizt, dann muss es anders sein.
Die 65-Prozent-Regel: Was du ab 2024 wissen musst
Seit dem 1. Januar 2024 gilt eine neue Regel: Jede neu eingebaute Heizung muss mindestens 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen liefern. Das ist kein Vorschlag. Das ist Pflicht. Und es gilt für alle Neubauten - egal ob in einem Neubaugebiet oder in einer Baulücke.Doch was bedeutet das konkret? Du hast mehrere Möglichkeiten:
- Wärmepumpe: Nutzt Luft, Erdwärme oder Grundwasser. Die beliebteste Lösung.
- Fernwärme: Wenn es in deiner Straße ein Fernwärmenetz gibt, kannst du dich daran anschließen.
- Biomasse: Holzpellets, Hackschnitzel oder andere biologische Brennstoffe.
- Hybridheizung: Kombination aus Wärmepumpe und Gas - aber nur, wenn der Gasanteil unter 35 Prozent liegt.
Wichtig: Es geht nicht um die Technik, sondern um den Anteil erneuerbarer Energie. Du kannst also nicht einfach einen alten Gasheizkessel behalten und einen Solarthermie-Collector draufsetzen. Die Gesamtanlage muss den 65-Prozent-Wert erfüllen. Dafür gibt es klare Berechnungsregeln, die von einem Fachmann überprüft werden.
Bestandsgebäude: Du darfst noch warten - aber nicht ewig
Wenn du ein Haus aus den 80er-Jahren hast, bist du nicht sofort betroffen. Das GEG erlaubt Übergangsfristen. Deine alte Ölheizung kannst du weiter betreiben. Wenn sie kaputtgeht, darfst du sie ersetzen - aber nur mit einer Anlage, die mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie nutzt. Das gilt ab 2024 auch für Bestandsgebäude.Das bedeutet: Du hast Zeit. Aber nicht unbegrenzt. Ab dem 1. Januar 2045 ist Schluss mit fossilen Brennstoffen. Dann muss jede Heizung in Deutschland zu 100 Prozent mit Wind, Sonne, Biomasse oder Erdwärme laufen. Die Übergangsfrist bis 2045 ist kein Zufall. Sie soll den Hausbesitzern Zeit geben, sich umzustellen - und den Markt, sich darauf vorzubereiten.
Was ändert sich 2025? Die geplante Reform
Die neue Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag versprochen: Das GEG soll einfacher, technologieoffener und fairer werden. Die 65-Prozent-Regel bleibt - aber nicht als starre Vorgabe. Stattdessen soll künftig die CO₂-Vermeidung entscheidend sein. Das heißt: Du musst nicht unbedingt eine Wärmepumpe einbauen. Du kannst auch eine moderne Gasheizung mit grünem Wasserstoff oder Bio-Methan nutzen - wenn sie weniger CO₂ ausstößt als eine alte Ölheizung.Das ist ein großer Unterschied. Früher hieß es: "Nur Wärmepumpe oder Biomasse." Jetzt wird es heißen: "Was bringt die meisten Emissionseinsparungen?" Das macht die Entscheidung für Hausbesitzer flexibler. Du hast mehr Freiheit - aber auch mehr Verantwortung. Du musst dich informieren, was wirklich sinnvoll ist.
Dazu kommt eine neue Regel: Die CO₂-Steuer steigt ab 2027 deutlich. Das macht fossile Energien teurer - und erneuerbare Systeme attraktiver. Ein Gasheizungsbetrieb wird im Jahr 2027 deutlich mehr kosten als heute. Eine Wärmepumpe hingegen wird günstiger, weil Strom aus Wind und Sonne immer billiger wird.
Förderung: 30 Prozent vom Staat - und mehr in 2025
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist seit Januar 2024 in Kraft. Du bekommst 30 Prozent der Kosten erstattet, wenn du deine alte Öl- oder Gasheizung austauschst. Das gilt für Eigenheimbesitzer, Vermieter, Wohnungsbaugesellschaften und sogar gemeinnützige Vereine.2025 wird noch besser: Die Förderung steigt auf bis zu 40 Prozent, wenn du in einer Region lebst, in der es noch kein Fernwärmenetz gibt und du dich für eine Wärmepumpe entscheidest. Außerdem gibt es Bonuspunkte, wenn du die Heizung mit Solaranlagen kombinierst. Die Förderung läuft über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Du musst sie vor der Installation beantragen - nicht danach.
Die Förderung ist kein Geschenk. Sie ist eine Investition in die Zukunft. Und sie wird nicht einfach verschwinden. Selbst wenn das Gesetz sich ändert, bleibt die Förderung erhalten - denn der Staat will den Heizungstausch nicht bremsen, sondern beschleunigen.
Was passiert, wenn du nichts tust?
Du darfst deine alte Heizung weiter nutzen - solange sie funktioniert. Aber wenn sie kaputtgeht, hast du keine Wahl mehr. Dann musst du eine neue, klimafreundliche Anlage einbauen. Und die kostet mehr als eine Reparatur. Wer lange wartet, zahlt später mehr - nicht nur finanziell, sondern auch in Form von Energiepreisen und steigenden CO₂-Kosten.Ein Beispiel aus Leipzig: Ein Hausbesitzer hat 2023 noch eine Ölheizung repariert. 2025 geht sie endgültig kaputt. Er muss jetzt eine Wärmepumpe einbauen - mit 30.000 Euro Kosten. Hätte er 2024 mit der Förderung gewechselt, hätte er nur 21.000 Euro bezahlt. Die Wartezeit kostet Geld.
Was du jetzt tun solltest
Du musst nicht sofort handeln. Aber du solltest planen. Hier sind drei konkrete Schritte:- Prüfe deinen Heizungsstatus: Wie alt ist deine Anlage? Hat sie noch Garantie? Wann ist die nächste Wartung fällig?
- Berechne deine CO₂-Bilanz: Wie viel Energie verbrauchst du? Wie viel CO₂ stößt du aus? Das kannst du mit einem einfachen Online-Rechner herausfinden.
- Hole dir ein Angebot: Lass dich von einem Energieberater beraten. Frag nach Wärmepumpe, Fernwärme, Hybridheizung - und was die Förderung abdeckt. Nutze die 30 Prozent jetzt - nicht erst 2027.
Du musst nicht alles auf einmal machen. Aber du solltest wissen, was auf dich zukommt. Die Zeit arbeitet nicht für dich - sie arbeitet gegen fossile Heizungen.
Was bleibt, was sich ändert
Klar ist: Das GEG bleibt. Die Klimaziele bleiben. Die CO₂-Steuer steigt. Die Förderung bleibt. Was sich ändert, ist die Flexibilität. Du hast mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung. Es geht nicht mehr nur darum, welche Technik du einbaust - sondern wie viel CO₂ du vermeidest.Die Zukunft der Heizung ist nicht mehr eine Frage der Technik. Sie ist eine Frage der Entscheidung. Und die Entscheidung beginnt jetzt - nicht 2045.
Darf ich meine alte Ölheizung weiter nutzen, wenn sie funktioniert?
Ja, du darfst deine alte Öl- oder Gasheizung weiterbetreiben, solange sie funktioniert. Das GEG verbietet nicht den Betrieb, sondern nur den Einbau neuer fossiler Heizungen ab 2024. Reparaturen sind erlaubt - aber wenn die Heizung endgültig kaputtgeht, musst du eine klimafreundliche Alternative einbauen.
Was passiert, wenn ich meine Heizung nicht austausche, obwohl sie kaputt ist?
Wenn deine Heizung nicht mehr funktioniert und du keine neue, klimafreundliche Anlage einbaust, verstößt du gegen das GEG. Das kann zu Bußgeldern führen, besonders wenn du vermietest. Zudem verlierst du den Anspruch auf Fördermittel. Die Behörden prüfen bei Heizungstausch-Anträgen auch die Funktionstüchtigkeit der alten Anlage - eine kaputte Heizung zählt als Austauschpflicht.
Kann ich eine Hybridheizung aus Gas und Wärmepumpe einbauen?
Ja, Hybridheizungen sind erlaubt - aber nur, wenn mindestens 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen stammen. Das bedeutet: Der Gasanteil darf nicht mehr als 35 Prozent betragen. Die Anlage muss von einem Fachmann berechnet und dokumentiert werden. Viele Kommunen fördern Hybridlösungen, wenn sie den CO₂-Ausstoß deutlich senken.
Wann muss ich die Heizung wirklich austauschen - 2024, 2025 oder 2045?
Du musst nicht 2024 oder 2025 etwas tun - nur wenn deine Heizung kaputtgeht. Ab diesem Zeitpunkt musst du eine neue, klimafreundliche Anlage einbauen. Der letzte Termin ist 2045: Dann darf keine Heizung mehr mit Öl oder Gas betrieben werden. Bis dahin hast du Zeit, aber du solltest nicht warten, bis es zu spät ist.
Gibt es Ausnahmen für alte Häuser oder historische Gebäude?
Ja, es gibt Ausnahmen. Historisch geschützte Gebäude, die nicht ohne Schaden modernisiert werden können, können von der Pflicht befreit werden. Dafür musst du einen Antrag stellen und einen Denkmalpfleger hinzuziehen. Auch in Regionen ohne Fernwärme oder Erdwärme gibt es Übergangsregelungen - aber diese sind begrenzt und müssen von der Kommune genehmigt werden. Eine pauschale Ausnahme gibt es nicht.
Wie hoch sind die Fördermittel in 2025 genau?
Im Jahr 2025 beträgt die Grundförderung 30 Prozent der Kosten. Wenn du in einer Region ohne Fernwärme lebst und eine Wärmepumpe einbaust, erhältst du bis zu 40 Prozent. Zusätzlich gibt es 10 Prozent Bonus, wenn du die Heizung mit Solarthermie oder Photovoltaik kombinierst. Die Förderung wird über BAFA ausgezahlt - du musst den Antrag vor der Installation stellen.
Kann ich meine Heizung auch mit Wasserstoff betreiben?
Aktuell ist der Betrieb mit Wasserstoff noch selten, aber zulässig - wenn es sich um grünen Wasserstoff handelt (erzeugt aus erneuerbarem Strom). Ab 2027 wird das deutlich einfacher, weil die CO₂-Steuer steigt und Wasserstoff-Heizungen dann als klimafreundlich gelten. Derzeit gibt es aber kaum Infrastruktur. Du kannst sie einbauen, aber du musst die Lieferung sicherstellen - und das ist in den meisten Regionen noch nicht möglich.
Kommentare
Joeri Puttevils Februar 19, 2026 at 14:16
Die 65%-Regel ist ein Game-Changer, aber ich find’s geil, dass man jetzt nicht mehr nur Wärmepumpe oder Nichts hat. CO₂-Vermeidung als Maßstab? Endlich! Endlich geht’s ums Ergebnis, nicht um die Technik-Religion. Ich hab ne Hybridanlage mit 30% Gas & 70% Wärmepumpe – und die läuft wie ein Schweizer Uhrwerk. Die Förderung von 40% in ländlichen Gebieten? Absolute Rettung. Wer hier noch zögert, der zahlt später doppelt. #GEG2025 #Heizungswende