Gerüche beim Streichen: Was sie bedeuten und wie du sie vermeidest

Wenn du Gerüche beim Streichen, unangenehme, oft chemisch riechende Dämpfe, die von Farben, Lacken oder Klebstoffen ausgehen. Auch bekannt als Lackgeruch, entstehen sie durch flüchtige organische Verbindungen – kurz VOCs – die sich aus den Produkten lösen, sobald sie aufgetragen werden. Das ist normal, aber nicht harmlos. Viele denken, der Geruch verschwindet, wenn die Farbe trocknet. Doch die meisten VOCs bleiben monatelang in der Luft, selbst wenn du nichts mehr riechst. Das ist kein Problem, das du ignorieren darfst.

Flüchtige Organische Verbindungen, chemische Substanzen, die bei Raumtemperatur in die Luft gehen und Atemwege, Augen und Nervensystem reizen sind in vielen herkömmlichen Lacken und Farben enthalten. Sie kommen nicht nur aus dem Eimer, sondern auch aus den Holzplatten, die du streichst – besonders wenn sie mit alten Lasuren oder Lösungsmitteln behandelt wurden. Selbst wenn du eine neue Tür einbaust, kann das Holz selbst noch Rückstände abgeben. Und wenn du in einem geschlossenen Raum arbeitest, ohne zu lüften, sammeln sich diese Stoffe an. Kinder, alte Menschen und Asthmatiker reagieren besonders empfindlich. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt: In 3 von 10 Neubauten wurden VOC-Konzentrationen gemessen, die über den empfohlenen Grenzwerten lagen – und das, obwohl die Farbe schon Wochen trocken war.

Du kannst das vermeiden. Wähle wasserbasierte Farben, Lacke und Beschichtungen, die kaum oder keine VOCs enthalten und daher kaum Geruch entwickeln. Sie trocknen schneller, sind weniger giftig und lassen sich leichter reinigen. Aber selbst die besten Farben brauchen Luft. Belüftung beim Streichen ist kein Vorschlag – es ist die einfachste und wirksamste Schutzmaßnahme. Öffne Fenster und Türen, setze einen Lüfter vor das Fenster, damit die Luft rausgepustet wird. Mach das auch nach dem Streichen weiter. Nicht nur für ein paar Stunden – für mindestens drei Tage. Wer glaubt, der Geruch ist weg, ist auch sicher, der macht einen fatalen Fehler.

Und was ist mit den Produkten, die du im Baumarkt kaufst? Die meisten verstecken die Wahrheit hinter Labels wie "umweltfreundlich" oder "geruchsarm". Schau auf den Datenblatt – dort steht, wie viele Gramm VOCs pro Liter enthalten sind. Unter 5 g/l gilt als wirklich niedrig. Über 50 g/l? Das ist ein Warnsignal. Du musst nicht teuer kaufen, aber du musst lesen. Die besten Farben sind oft die einfachsten: Kalkfarben, Leinöl-Lasuren, oder Produkte mit Zertifikaten wie dem Blauen Engel.

Gerüche beim Streichen sind kein Nebeneffekt – sie sind ein Signal. Ein Signal dafür, dass Chemie in deiner Wohnung ist. Und du hast die Kontrolle. Du kannst wählen, wie du lüftest, was du aufträgst und wie lange du wartest, bevor du wieder einziehst. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, bewusst zu sein. In den folgenden Artikeln findest du konkrete Tipps, welche Farben wirklich sicher sind, wie du die Luft in deinem Haus testest und warum du manche Produkte lieber nicht anfassen solltest – auch wenn sie günstig sind.

Nov 24, 2025

Streichen im bewohnten Haus: Abdecken, Trocknungszeiten und Gerüche richtig managen

Streichen im bewohnten Haus ist möglich - ohne Gerüche, Staub und Chaos. Erfahre, wie du richtig abdeckst, die richtige Farbe wählst und Trocknungszeiten planst - mit praktischen Tipps aus der Praxis.

Weiterlesen