Bauherrenhaftpflicht: Was Sie als Bauherr wissen müssen und wie Sie sich absichern
Wenn Sie ein Haus bauen oder sanieren, ist die Bauherrenhaftpflicht, eine Versicherung, die Schäden abdeckt, die während des Baus an Dritten oder fremdem Eigentum entstehen. Auch bekannt als Bauherrenhaftpflichtversicherung, ist sie kein Luxus – sie ist eine kluge Absicherung, die Sie vor hohen Schadensersatzansprüchen bewahrt.
Diese Versicherung deckt Schäden ab, die durch Bauarbeiten entstehen: Ein Kran beschädigt das Nachbarhaus, ein Arbeiter bricht eine Wasserleitung, oder Baustoffe vergiften den Boden. Ohne Versicherung zahlen Sie selbst – und das kann schnell fünf- oder sechsstellig werden. Die Baugesetz, das deutsche Baurecht, das Regeln für Bauvorhaben und Haftung festlegt schreibt die Bauherrenhaftpflicht zwar nicht explizit vor, aber viele Kommunen verlangen sie als Voraussetzung für die Baugenehmigung. Und Ihre Baufirma? Die wird sie verlangen, bevor sie den ersten Nagel in die Wand schlägt.
Was viele nicht wissen: Die Haftung beginnt, sobald die ersten Vorbereitungen laufen – nicht erst, wenn der Beton gegossen wird. Schon das Aushubgerät, das den Boden verändert, oder der Holzversand, der auf dem Grundstück abgeladen wird, kann zu einem Schadensfall führen. Die Versicherung Bau, eine spezifische Versicherungsform, die Schäden während der Bauphase abdeckt muss also frühzeitig laufen – idealerweise schon bei der ersten Baustelleneinrichtung. Und sie muss genau passen: Nicht jede Polizze deckt alle Risiken ab. Einige schließen Schäden an bestehenden Gebäuden aus, andere nicht. Einige zahlen nur bei fahrlässigem Verhalten, andere auch bei grober Fahrlässigkeit.
Was Sie sonst noch brauchen: Eine klare Abstimmung mit Ihrem Handwerker. Wer haftet, wenn der Elektriker die Leitung falsch anschließt? Wer zahlt, wenn die Dachdecker die Dachrinne falsch montieren und das Nachbarhaus überschwemmen? Die Bauherrenhaftpflicht deckt das – aber nur, wenn Sie sie richtig abgeschlossen haben. Und das ist kein Standardprodukt. Es gibt Unterschiede zwischen Versicherern, zwischen Bauvorhaben und zwischen Bundesländern. Ein Einfamilienhaus in Berlin hat andere Risiken als ein Mehrfamilienhaus in Bayern.
Und dann gibt es noch die anderen Baustellen, die Sie nicht vergessen dürfen: Die Haftung beim Bauen, die rechtliche Verantwortung, die ein Bauherr trägt, wenn etwas schiefgeht erstreckt sich auch auf Dinge, die Sie nicht direkt kontrollieren – wie die Sicherung der Baustelle, die Lärmbelästigung oder die Entsorgung von Abfällen. Die Bauherrenhaftpflicht hilft hier, aber sie ersetzt nicht die Pflicht, alles ordentlich zu planen. Wer seinen Keller nicht richtig abdichtet, wer keine Rückstauschutzanlage einbaut oder wer Baulärmzeiten ignoriert, der hat schon vor dem ersten Schaden versagt – und die Versicherung zahlt nicht.
Die guten Nachrichten: Eine gute Bauherrenhaftpflicht kostet nicht viel – oft weniger als 500 Euro pro Jahr. Aber sie kann Ihnen 50.000 Euro oder mehr ersparen. Und sie ist nicht nur ein Schutz für Sie – sie ist auch ein Zeichen von Professionalität. Handwerker arbeiten lieber mit Bauherren, die versichert sind. Banken verlangen sie bei Baufinanzierungen. Und Kommunen prüfen sie bei der Genehmigung.
In der Sammlung unten finden Sie konkrete Beiträge, die zeigen, wie Sie Bauprojekte richtig planen – von der Genehmigung bis zur Absicherung. Wie Sie die richtige Versicherung wählen, wie Sie mit Handwerkern verhandeln und wie Sie teure Fehler vermeiden. Alles, was Sie brauchen, um als Bauherr nicht nur sicher, sondern auch schlau zu bauen.
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