Speichermasse: Was sie ist, warum sie wichtig ist und wo sie in der Sanierung zählt
Wenn du deine Wohnung sanierst, denkst du wahrscheinlich zuerst an Dämmung, Fenster oder Heizung. Aber ein entscheidender Faktor bleibt oft im Verborgenen: Speichermasse, die Fähigkeit von Baustoffen, Wärme aufzunehmen, zu speichern und langsam wieder abzugeben. Auch bekannt als thermische Masse, ist sie kein Luxus – sie ist ein stiller Helfer, der deine Heizkosten senkt und den Komfort erhöht.
Du hast schon mal gemerkt, wie ein Raum am Morgen kalt ist, aber nachmittags angenehm warm bleibt? Das ist Speichermasse. Sie funktioniert wie ein natürlicher Akku: Tagsüber nimmt sie Wärme von Sonne, Heizung oder sogar Menschen auf – und gibt sie ab, wenn es kühler wird. In Gebäuden mit viel Beton, Ziegel, Stein oder auch dickem Gipsputz läuft das besonders gut. In modernen, leichten Bauweisen mit Holzrahmen und dünner Isolierung fehlt diese Speicherkraft oft komplett. Und das macht den Unterschied zwischen einem klimatisch stabilen Zuhause und einem, das ständig aufheizt und abkühlt.
Speichermasse ist kein Ersatz für Dämmung, aber sie ergänzt sie perfekt. Während Dämmung Wärme draußen hält, speichert Masse sie drinnen. Zusammen sorgen sie dafür, dass du weniger heizen musst – besonders in Räumen mit viel Sonneneinstrahlung. In der Sanierung ist das besonders wertvoll: Wenn du alte Mauerwerksgebäude modernisierst, hast du oft schon die perfekte Grundlage. Ein dicker Ziegelwand oder ein Betondecke können deine neue Dämmung noch effektiver machen. Aber Vorsicht: Wenn du innen mit leichtem Gipskarton oder Holzverkleidung alles abhängst, verschwindet die Speicherkraft. Dann verlierst du nicht nur Wärme, sondern auch den Komfort.
Was viele nicht wissen: Auch die richtige Innendämmung kann Speichermasse unterstützen. Materialien wie Kalk- oder Lehmputz haben eine höhere Speicherkapazität als herkömmliche Gipsputze. Sie nehmen Feuchtigkeit auf, regulieren das Raumklima und speichern gleichzeitig Wärme. Das ist kein Marketing-Gesülze – das ist Physik. Und diese Physik funktioniert in jedem Haus, egal ob aus den 50ern oder den 90ern.
Wenn du jetzt an deine Sanierung denkst: Schau nicht nur auf die U-Werte der Fenster. Schau auch auf die Wände. Was ist dahinter? Kannst du die Masse freilegen? Oder musst du sie mit schweren, dichten Materialien wiederherstellen? Die Antwort darauf bestimmt, wie viel du später an Heizkosten sparen wirst – und wie angenehm du dich in deinem Zuhause fühlst. Die folgenden Artikel zeigen dir, wie Speichermasse in der Praxis funktioniert – von der Planung über die Materialwahl bis zur Sanierung von Altbauten. Du findest konkrete Beispiele, Messwerte und Lösungen, die wirklich zählen.
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